News 
 

 

Kühe sind Feinschmecker
  11.10.2010
     
Nur der Grasgeschmack allein wird irgendwann auch einer Biokuh langweilig. Deswegen ist gerade die Herbstzeit besonders beliebt bei den Kühen. Die Temperaturen sind angenehm, die lästigen Fliegen schon weg und vor allem: das Obst ist reif!).   Jedes Mal, wenn die Herde den Obstgarten beweiden darf, werden zielstrebig jene Bäume aufgesucht, unter denen möglicherweise wieder ein reifer Apfel oder Birne ins Gras gefallen ist. Und natürlich mit Genuss verschlungen!…

 

Die spinnen die Schweizer   27. 09. 2010
     
Naja, dass ist vielleicht etwas grob ausgedrückt, aber recht komisch erscheint es schon, wenn eine Gruppe erwachsener Menschen mit riesigen Kuhglocken versuchen einen Rhythmus zu finden.
„Schellafründa“ auf deutsch Schellen-Freunde nennt sich die Gruppe aus Männern und Frauen. Sie treten bei Festlichkeiten aller Art auf und zeigen mit dieser recht eigenwilligen Musik ihre tiefe Verbundenheit zu ihren Tieren und der Jahrhunderte alten Tradition der Kuhglocken (Schellen).
  Während des Almsommers bzw. der Weidezeit hat jede Kuh natürlich kleinere Glocken um den Hals damit sie bei Schlechtwetter oder im unwegsamen Gelände leichter gefunden werden können. Erst am Tag des Almabtriebes bekommen die Kühe diese großen Glocken umgehängt, deren Klang dann als Zeichen eines guten Almsommers weit hörbar durch’s Tal schallt. Und man glaubt es kaum: die Kühe wissen um die Ehre dieser großen Glocken und tragen sie mit hoch erhobenen Kopf nach Hause…

 

Keep cool!   02. 09. 2010
     
Auch wenn die Fliegen lästig sind und die Sonne vom Himmel brennt – die Kühe bleiben gelassen. Während des Wiederkäuens, das ein wenig nach exzessiven Kaugummikauen erinnert, bringt sie fast nichts aus der Ruhe. Tierische Meditation, sozusagen.

Nachdem sich die Kühe ihren ersten Magen (Kühe haben 4 Mägen!) auf der Weide vollgefressen haben, kommt nun die eigentliche Arbeit. Häppchenweise würgt die Kuh das gefressene Gras wieder herauf und kaut es noch mal so richtig lange durch. Dabei werden die vorher hastig gefressenen gröberen Teile fein zerkleinert und so für die weitere Verdauung verfügbar gemacht.

Aber wieso kaut die Kuh das Gras nicht schon gleich richtig?
Dieses Verhalten ist wohl auf den Überlebensinstinkt der Wildrinder zurückzuführen. Normalerweise halten sich diese nämlich im Wald auf und kommen nur zum Fressen auf offene Lichtungen. Um die Zeit, in der sie eigentlich komplett ungeschützt und somit für Feinde
 
leicht sichtbar sind, so kurz wie möglich zu halten, fressen sie soviel Gras wie möglich und kehren dann in den Wald zurück, um das Ganze noch mal zu kauen.

Der eigentliche Clou an der Sache: Die Kuh ernährt sich von Gras und Heu, das wir nie essen könnten. Und wir bekommen dadurch köstliche Bio-Milch und Käse. Oder habt ihr schon mal einen Happen Heu gegessen?


Foto: © LFZ Raumberg Gumpenstein
 

 

 

Morgenstund hat Gold im Mund   31. 08. 2010
     
Sommerzeit. Ferienzeit. Und für die Erwachsenen zumindest ein paar Wochen Urlaub. Endlich einmal so richtig Ausschlafen! Wenn sich unsereins noch mal auf die Seite dreht sind die Biomilchkühe schon längst auf den Beinen und lassen sich die taufrischen Gräser und Kräuter schmecken.
Wer nämlich bis zu 8000 Grasbissen pro Tag fressen will, muss früh damit anfangen. Dabei werden ganz gezielt die besten Gräser und Kräuter gefressen – und somit Pflanzen die weniger konkurrenzstark, dafür aber wunderschön sind gefördert (z.B.: Orchideen - die schmecken nicht so gut und werden deswegen stehengelassen). So zählen die Bergweiden zu den
 
artenreichsten Ökosystemen Mitteleuropas. Und ganze nebenbei wird eine wunderschöne Landschaft gepflegt.
 
Was also die Strandpfleger in Italien frühmorgens erledigen, machen bei uns zur selben Zeit  die Kühe ;) Ist doch ein intelligentes  System, oder?

Und ganz ehrlich gesagt – früh aufstehen ist zwar nicht jedermanns Sache, aber den Sonnenaufgang auf der Weide oder am Berg zu erleben ist nicht nur für uns Menschen sondern auch für die Kühe ein ganz anderes Feeling als die ganze Zeit nur im Stall zu sein!

 

 

Von Rangkämpfen und anderen Zärtlichkeiten   26. 08. 2010
     
30 weibliche Wesen auf einem Fleck. Damit es dabei nicht zu Streitereien kommt, herrscht in einer Kuhherde eine strenge Hierarchie.
Die so genannte Rangordnung. Sie wird meistens mit Rangkämpfen ermittelt. Die Siegerin muss dabei nicht immer die stärkste Kuh sein, vielmehr kommt es auf Intelligenz und Autorität an. So stehen ältere Kühe oft viel höher in der Rangordnung, als ihnen kraftmäßig zustehen würde.
 
Neben der Rangordnung gibt es auch andere Faktoren, die das soziale Leben der Kühe regeln. Beispielsweise haben Rinder ein grundlegendes Bedürfnis nach Körperkontakt. Gegenseitiges Belecken (meist von Tieren mit ähnlichem Rang) festigt die soziale Bindung und tut einfach nur guuut!!

 

 

 

Wer verdient eigentlich an der Bio-Milch?   24. 08. 2010
     

Bio-Milch ist ein hochwertiges Lebensmittel. Wenn unsere Biobäuerinnen und Biobauern also ein wirklich gutes Produkt erzeugen (natürlich unter Mithilfe unserer fleißigen Kühe), dann ist es doch umso wichtiger faire Preise dafür zu bezahlen?

Dass dem leider nicht so ist zeigt der Preisvergleich für Bio-Milch im Supermarkt. Im Jahr 2008 kostete 1 Liter Bio-Milch im Handel durchschnittlich € 1,13. Die Bauern bekamen davon 43 Cent, der Handel und die Verarbeitung 59,6 Cent.


Soweit so gut…

Und jetzt kommt der Clou: wenn wir das Jahr 2009 betrachten – der Preis für 1 Liter Bio-Milch im Handel ist inzwischen um 12 Cent auf € 1,01 gesunken) dann bekam der Handel und die Verarbeitung wiederum fast den gleichen Preis, also 59,4 Cent und dass obwohl der Gesamtpreis deutlich gesunken ist.

 

 Grafik: © Bio Austria NÖ/W

 

Wer bezahlt also die Preissenkung im Supermarkt? Richtig. Einzig und allein unsere Biobauern und Biobäuerinnen. Sie bekamen im Jahr 2009 nur mehr 32,5 Cent pro Liter für ihre Bio-Milch – also um 11 Cent weniger als noch das Jahr zuvor!!!
Ein Preiseinsturz von 24 %!!

Ist das fair??

Die Idylle vom fairen Preis für Biobäuerinnen täuscht, vielleicht denken wir beim nächsten Einkauf daran und fragen mal nach wie viel unsere Bauern wirklich bekommen…

 

 

Spieglein, Spieglein an der Wand…   21. 08. 2010
     

Wer ist die Schönste im ganzen Land? Zumindest bei den Pinzgauer Rindern – einer alten Rasse aus dem Alpenraum Österreichs – konnte diese Frage eindeutig beantwortet werden.

Bei diesem Schönheitswettbewerb zählen nämlich nicht nur die äußeren Werte – sondern auch die Inneren. So brachte die fast 11- jährige „Sondl“ bereits 8 gesunde Kälber zur Welt! Auch ihr Alter lässt sich die braune (graue) Pantherin in keiner Weise anmerken.

Aus verlässlicher Quelle liegt der Grund ihrer Agilität in der jährlichen Sommerfrische auf der Alm und der liebevollen Betreuung seitens der Familie. Dass die Dame von einem Biobauernhof kommt, versteht sich von selbst…

 
Angesichts solcher Schönheit kommen auch die anderen Pinzgauerinnen aus dem Staunen nicht heraus.


© Rinderzuchtverband Salzburg

 

Sonne auf dem Bauch – Füße im Wasser   09. 08. 2010
     

Zuerst die Kälte, dann die Hitze. Nicht nur wir Menschen schwitzen und sehnen uns nach einem Sprung ins Kühle nass. Wie in der letzten News berichtet kommen Kühe über 20°C schon mal in Hitzestress.

Was aber macht die intelligente Bio–Kuh?

Sie nimmt einfach ein Bad im erfrischend kalten Bach und entspannt sich bis in die Zitzen!

(Wie 600kg Bio-Kuh wieder aus dem Bach herauskommen siehst man im Video.)

 

 

 

Dickes Fell von Vorteil!   08. 08. 2010
     
Der verregnete, kalte Mai fordert seinen Tribut. In den Bergen schneite es sogar bis auf 900m Seehöhe. Wer da kein dickes Fell hat ist arm dran!

Nein ernsthaft – den Rindern macht das kalte Wetter weniger Kopfzerbrechen. Egal ob sie jetzt ein dickes Fell (wie diese Schottische Hochlandrinder) haben oder nicht. Sie fühlen sich nämlich bei Temperaturen von -10°C bis +20°C am wohlsten. Vielmehr ein Problem ist der feuchte Boden. Wenn dann auch noch die Kühe auf die Weide kommen ist der Matsch meist perfekt. Jeder kennt den Zustand einer Wiese nach einem dreitägigen, verregneten Festival. Genau das will der Bauer natürlich nicht haben, denn auf offenen Boden siedeln sich sehr schnell Unkräuter an.
 
 
Bleibt zu hoffen dass dieses Wochenende wirklich schön wird und endlich die Wiesen für die Heuernte gemäht werden können. Und natürlich die Kühe wieder auf die Weide dürfen!

 

 

Nicht die Butter vom Brot nehmen lassen…   03. 08. 2010
     
Unsere Butter wird empfindlich teurer! - so oder so ähnlich hallte der empörte Aufschrei durch die Medienlandschaft. Tatsächlich sind laut APA die Preise für Butter in Deutschland bereits um 20 Prozent gestiegen. Auch in Österreich überlegen die heimischen Supermarktketten die Preise für Butter anzuheben. Grund für den Preisanstieg ist einerseits die rege Nachfrage nach Butter auf den internationalen Märkten und andererseits eine verminderte Milchanlieferung innerhalb der EU.

Wird die Butter nun in Zukunft ein Luxusprodukt werden? Wohl kaum, denn die Preise werden voraussichtlich auf das Vorjahresniveau zurückkehren und somit sicherlich leistbar bleiben. Sollten wir uns nicht eher die Frage stellen ob wir eigentlich einen fairen Preis für unsere Lebensgrundlage  - unsere Lebensmittel zahlen?

Was hat das alles mit der Situation der Biomilchbäuerinnen zu tun? Der Biomilchpreis ist eng an den konventionellen Milchpreis gekoppelt, das heißt es gibt einen Aufschlag von einigen Eurocent für die Biomilch. Durch die Öffnung des europäischen Milchmarktes reagiert auch der Biomilchpreis auf Schwankungen im internationalen Marktgeschehen - und der Markt schwankt gewaltig!
 
Gerade die letzten Jahre waren sehr schwierig für die Bauern. Nach einem Preishoch kam 2009 der tiefe Fall. Die Einnahmen für die Bauernfamilien aus dem Milchverkauf gingen um ca. 25 % zurück. Auch wir als Konsumenten profitieren auf lange Sicht nicht wirklich von den Schwankungen. Milchpreise unter den Produktionskosten werden unsere Landschaft nicht erhalten können.
So bleibt also die Hoffnung dass die kommenden  Preiserhöhungen auch an die Bauern weitergegeben werden und nicht nur in die Kassen der Supermärkte fließen.
Wie knapp die Kalkulation für einen fairen Milchpreis tatsächlich ist, wir in den nächsten News präsentiert...für welchen Stundenlohn würden Sie arbeiten?

 

Welche Butter hat mehr Lebenskraft?

 

Was die Wiese so alles bietet…   30. 07. 2010
     
Geruchgras, Blutwurz, Wiesen Kümmel, Wiesensalbei, Wundklee, Spitzwegerich – es könnte die Liste für einen bekömmlichen Heilkräutertee sein.
Oder auch der natürliche Kräuterbestand einer Wiese die nur zweimal im Jahr gemäht wird. Biobauern versuchen nämlich ihre Wiesen möglichst unterschiedlich zu nutzen: auf den besten Flächen wird oft gemäht und dementsprechend gedüngt. Dafür gibt es auf jeden Betrieb Wiesen, die extensiv bewirtschaftet werden. Dass die so entstehende Artenvielfalt nicht nur schön für’s Auge ist, sondern auch vielfältigen Nutzen für Tier und Mensch bringt, konnten die Teilnehmer von Wiesenbegehungen in Niederösterreich mit einem Schweizer Grünlandexperten erfahren.
So helfen ätherische Öle des Wiesenkümmels für die Wiederkäuer lebensgefährliche Blähungen zu verhindern. Die Blutwurz wirkt stopfend und kann auch als entzündungshemmende Tinktur verwendet werden. Das Wohlriechende Geruchgras riecht - wie der Name schon sagt – ziemlich gut nach dem Waldmeisterduft Cumarin. Es erhöht die Bekömmlichkeit des Futters und lindert Gelenks – und Muskelschmerzen (der typische Effekt nach einem Heubad).
 
Dass erfahrene Tiere giftige Pflanzen unterscheiden können und natürlich nicht fressen wurde uns durch einen Selbstversuch deutlich gemacht: mit der Zungenspitze das Blatt einer Herbstzeitlosen berühren uns sofort erschmeckt man den extrem bitteren Geschmack  - danach ausspucken bitte nicht vergessen!!
So mancher ehemaliger Lausbub wurde bei den Wiesenbegehungen an Exkursionen aus seiner Schulzeit erinnert und so kam auch der Spass auch nicht zu kurz…

 

 

Gretchen und Neuseeland?   28. 07. 2010
     
Was haben österreichische Bio-Milchkühe mit neuseeländischen Kühen gemeinsam? Diese Frage stellten sich viele Biobäuerinnen und Bauern eines Weideworkshops in der Steiermark letzte Woche. Nicht viel, möchte man meinen. Die Kühe im Land der langen weißen Wolke sind aufgrund des milden Klimas nahezu das ganze Jahr über auf der Weide und erzeugen so die weltweit wirtschaftlichste Milch – vor allem weil nicht in Stallungen investiert und auch kein teures Kraftfutter gefüttert wird. Natürlich können Bauern  in unseren Breiten die Kühe nicht das ganze Jahr auf die Weide lassen.
Trotzdem wird seit einigen Jahren intensiv daran geforscht wie die Weidehaltung  unter österreichischen Bedingungen effizienter gestaltet werden kann und einige Ergebnisse wurden an diesem Weideworkshop präsentiert. In der Natur ist es schon lange so: Die Wildrinder bekommen dann ihr Kälbchen, wenn ihnen die beste Futtergrundlage zur Verfügung steht, also junges Weidegras im Frühjahr. So wie die Vegetation im Mai und Juni vor Wachstum fast zerplatzen zu scheint und danach langsam an „Lebens“-Kraft verliert, gibt auch die Kuh auf der Weide im Frühjahr die meiste Milch und im Laufe des Sommers immer weniger. Die Kuh hat sich also im Laufe von Jahrtausenden an ihre Umwelt sehr gut angepasst. Gerade Biokühe haben diesen natürlichen Rhythmus noch nicht verlernt weil sie seit jeher im Sommer auf die Weide kommen und nicht das ganze Jahr konserviertes Futter fressen müssen.
 

Hinter Weidehaltung steckt viel mehr als die Kühe bloß rauszulassen: Es braucht die richtigen Gräser für die Weide, die Verdauung der Kühe muss sich langsam an das junge Gras anpassen, die Kälber sollten im Spätwinter zur Welt kommen um das Graswachstum am besten zu nützen und langfristig soll sich auch die Züchtung an „Weidetauglichen“ Kühen orientieren. Die großen, schweren Hochleistungskühe sind nämlich meist ziemlich träge und eher faul, sie wollen so bequem wie möglich zum Futter kommen. Die typische Weidekuh hingegen ist leichter und kleiner, aufmerksam und viel eifriger bei der Futtersuche.
Die Biobauern des Workshops waren sich einig – Weide hat Zukunft!